|
|
Presse
80. Jahrestag der Machtergreifung Hitlers
Wie erlebten unsere drei Musikverlage in Leipzig, Berlin und München das erste Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten?
Das damals weltweit führende deutsche Musikverlagswesen arrangierte sich schnell mit dem neuen Regime. Der Deutsche Musikalien-Verleger-Verein ersetzte im Vorstand umgehend „Nichtarier“ durch NSDAP-Mitglieder. Zu den abgesetzten Vorstandsmitgliedern gehörte auch Wilhelm Zimmermann in seiner Funktion als stellvertretender Schriftführer, weil seine Großeltern Juden waren. Das selbe passierte ihm in der GEMA-Verlegerkurie, wo er ebenfalls durch die nationalsozialistische Zelle gestürzt wurde. Der Börsenverein warf den Musikverlag Zimmermann kurzerhand raus aus dem Verein. Robert Lienau wurde wieder in den Wahlausschuss des DMVV gewählt. Der DMVV fügte sich in die Reichs-Musikkammer ein und damit wurde die Zugehörigkeit auch des Münchener Max Hieber Verlages ohne weiteres durchgeführt. Die Mitgliedschaft war Voraussetzung für die Berufsausübung. Die Mitgliedskarte musste bei Ausübung der Tätigkeit stets mitgeführt werden und war auf Verlangen jedem Polizeibeamten vorzuweisen.
Schon im Juni 1933 verpflichtete sich der Verband, das deutsche Musikleben „von allen artfremden minderwertigen und anstößigen Erzeugnissen“ zu säubern. Im Musikverlag Zimmermann wurde sofort die „Jazzklavierschule“ von Rio Gebhardt (heute ZM 80221, Preis: 12,95 EUR) und alle Publikationen des Jazzmusik-Autoren Alfred Baresel (z.B. ZM 40070, 75 Klaviertechnische Formeln, Preis: 10,50 EUR) verboten. Des weiteren wurden die erst kurz zuvor erschienenen Violinstudien des jüdischen Violinisten Maxim Jacobsen (Kayser- und Kreutzer-Etüden aktuell wieder erhältlich, siehe unter Katalog) aus dem Handel entfernt. In den Folgejahren wurden die Verlagskataloge von staatlicher Seite noch einmal gründlich geprüft und allerhand weitere Werke ausgemerzt. Im Robert Lienau Musikverlag erwischte es schon im ersten Jahr die einzige Komposition des Malers Jefim Golyscheff, dessen Kunstwerke von den Nazis beschlagnahmt und vernichtet wurden. Die Komposition überlebte im Archiv des Verlages. Der Max Hieber Musikverlag hatte ein ganz anderes Problem. Er war der Copyright-Inhaber des „Badonviller Marsches“ von Georg Fürst aus dem Jahr 1914. Dieser Marsch war Adolf Hitlers Lieblingsstück und wurde bei allen offiziellen Anlässen gespielt. Eigentlich ein lukratives Geschäft für den Verlagsinhaber Adolf Hieber. Aber der war ein erklärter Gegner des Naziregimes und verkaufte deshalb die Verlagsrechte an den Schott-Verlag. Hieber fügte bald ein anderes umsatzstarkes Werk in seinen Katalog ein, das Klavier-Schulwerk von Beata Ziegler („Das Innere Hören“ siehe unter unserer Rubrik Katalog). Es wurde das meistbenutzte in Deutschland. Allerdings erhielt die Nonne Beata Anfang der 1940er Jahre Berufsverbot von der Regierung und eine weitere Drucklegung ihrer Werke wurde ebenfalls verboten.
Stephen Heller: 200. Geburtstag am 15. Mai 2013
Neben den berühmten Zeitgenossen Richard Wagner und Giuseppe Verdi, hat auch der ungarische Komponist und Pianist Stephen Heller in diesem Jahr Jubiläum.
Stephen Heller wurde am 15. Mai 1813 in Budapest geboren. Er erhielt Klavierunterricht von dem Wiener Pädagogen Anton Halm. Danach ging er auf anstrengende Konzertreisen, bis er sich 1830 in Augsburg niederließ. 1838 zog er nach Paris. In seinen Kompositionen entwickelte er einen länderübergreifenden Stil. Er starb am 14. Januar 1888 in seiner Wahlheimat.
Hellers Nachruhm war nicht nachhaltig, obwohl die Qualität seiner Werke das nicht rechtfertigen. 1844 veröffentlichten die Schlesinger-Brüder Heinrich und Maurice in Berlin und Paris gleichzeitig Etüden von Stephen Heller. Schlesinger war die Vorläuferfirma des Robert Lienau Musikverlages. Die Brüder erreichten dadurch einen gegenseitigen Urheberschutz in beiden Ländern. Dass seine Etüden in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg fast in Vergessenheit gerieten, lag u.a. an der Politik des Nationalsozialismus. War Stephen Heller ein Jude? Sein Name erschien 1940 im berüchtigten „Lexikon der Juden in der Musik“, zusammengestellt im Auftrag der NSDAP. Der Robert Lienau Verlag wehrte sich dagegen. Die Reichsmusikkammer lenkte daraufhin ein und der Verlag durfte die Etüden von Stephen Heller weiter ausliefern. Allerdings war sein Werk bereits diskreditiert.
Solche Vorgänge hallten in Deutschland manchmal lange nach und so mancher qualitätvolle Komponist ist auf diese Weise aus der Musikwelt verschwunden. Kurz vor seinem Tod entschloss sich der Pianist und Professor der Berliner Hochschule für Musik, Gerhard Puchelt, anlässlich des Jubiläumsjahres 1988, eine Auswahl aus dem Etüden-Schaffen Stephen Hellers zu treffen und im Robert Lienau Musikverlag zu veröffentlichen. Die Ausgabe „Romantische Etüden“ (RL 19210, Preis: 13,50 EUR) enthält suggestiv-programmatische Etüden aus dem Zyklus op. 16, Beispiele aus den „Melodischen Etüden“ op. 45 und den „Neuen Etüden“ op. 90.
Gerhard Puchelt sagte über die Heller-Etüden: „Heller schreibt nicht Bravour-, sondern Ausdrucksstudien, in denen ein pianistisches Problem zur Ausdeutung einer Stimmung verwendet wird. Daher dienen diese Etüden immer zur Vorbereitung der Gestaltung anderer Werke, weniger zu deren technischer Beherrschung.“
Das Duo Hilary Field und Gwen Franz spielen a-Moll Sonata von Telemann ein
Die Gitarristin Hilary Field hat zusammen mit der Bratschistin Gwen Franz die Telemann Sonata auf CD eingespielt. Die verwendete Ausgabe (ZM 13620, Preis: 6,50 EUR) stammt von Josè de Azpiazu (1912-1986), einem der namhaftesten Gitarristen des 20. Jahrhunderts. Er hatte 1962 die Neuausgabe besorgt und die Begleitpartie der Spielweise der heutigen Gitarre geschickt angepasst.
„Airoso“ heißt die neue CD, die die expressive Klanglichkeit von Viola und klassischer Gitarre einfängt. Vorab-Exemplare sind im amerikanischen Yellow Tail Records Store erhältlich: http://www.yellowtailrecords.net
Meisterwerke der Spätromantik für die Flöte
Zwei lange vergessene und dann wieder entdeckte Komponisten, einer Deutschbalte, der andere Russe mit Schweizer Herkunft: Richard Rößler und Paul Juon, die beide hauptsächlich in Berlin wirkten.
Richard Rößler, geboren 1880 in Riga, erhielt seine musikalische Ausbildung an der Rigaer „Schule der Tonkunst“. Nach seinem Abschluss studierte er in Berlin weiter. 1900 wurde er an die Hochschule für Musik als Klavierlehrer verpflichtet, 1907 als Theorielehrer. Als Pianist wurde Rößler besonders für seine Bach-Interpretationen bekannt. Er starb 1962 in Berlin.
Paul Juon, 1872 in Moskau geboren, studierte Musik am Konservatorium seiner Heimatstadt und später in Berlin. Ab 1906 war er als Kompositionsprofessor an der Berliner Hochschule für Musik. Seit 1934 lebte er in der Schweiz, wo er 1940 verstarb.
Beide kann man sich jetzt auf CD anhören: Master Works of Richard Rößler, Flute Suite / Paul Juon, Flute Sonata (Camerata, Japan CMCD-2826-4) – Die hierauf ebenfalls eingespielte Flöten-Sonate von Richard Rößler op. 15 befindet sich im Archiv des Musikverlages Zimmermann.
Für die beiden anderen bekommen Sie bei uns die Druckausgaben:
ZM 35930 Richard Rößler Suite op. 16 Erscheinungsjahr: 2011 Beschreibung: "Einem vornehm-verhaltenen Gestus, der zwischen lieblicher Anmut und der leisen Melancholie eines lyrischen-slawischen Tones wechselt, stehen tänzerische Ausgelassenheit in ostinat motorischen Tarantella-Sätzen und weiträumig dimensionierte Entwicklungen und - vor allem in langsamen Sätzen - machtvolle Steigerungen gegenüber. Auch ein humoristischer Zug lässt sich gelegentlich finden, so beispielsweise in dem kapriziösen Flötenthema und der Staccato-Artikulation des Klaviers im dritten Satz der Suite, in dem sich - formal bemerkenswert - Sonatensatz und Rondo gegenseitig durchdringen. Der zweite Satz führt besonders durch die konsequente Aufhebung der Taktschwerpunkte in der impressionistisch anmutenden Klavierbegleitung in einen zarten Schwebezustand, der mit der Idylle einer pastoralen Melodik und naturalistischer Tonmalerei im Wechsel steht." - Aus dem Vorwort von Prof. Alexander Rößler, Enkel des Komponisten Richard Rößler (1880-1962) Preis: 14,95 EUR
ZM 20890 Paul Juon Sonate op.78 für Flöte und Klavier Erscheinungsjahr: 1924 Beschreibung: Die Musik des russischen Komponisten schweizerischer Abstammung Paul Juon (geboren 1872 in Moskau, gestorben 1940 in Vevey) nimmt durch ihren ganz eigenen spätromantischen Stil für sich ein. "Das fehlende Glied zwischen Tschaikowsky und Strawinsky" soll ein Kritiker gesagt haben. Die Grenzen der Tonalität auslotend ohne sie jedoch zu sprengen, mit volkstümlichen Melodien seiner russischen Heimat versetzt, wird seine Musik in letzter Zeit zunehmend wiederentdeckt. Preis: 10,50 EUR
Geburtstag des Monats: Werner Wolf Glaser wäre am 14. April 100 Jahre alt geworden
Lange Zeit war der Pianist, Musikpädagoge und Komponist Werner Wolf Glaser in Deutschland fast unbekannt. Geboren wurde er 1913 in Köln. Nach Studien u. a. bei Philipp Jarnach und Paul Hindemith musste er im Jahr 1933, kaum dass er eine feste Anstellung als Korrepetitor gefunden hatte, aufgrund seiner jüdischen Abstammung fliehen, zunächst nach Frankreich, dann nach Dänemark und Schweden. Seine Mutter und sein Bruder wurden 1943 im KZ Auschwitz ermordet. In Schweden wurde Glaser als Komponist, Dirigent, Musikpädagoge, Musiktherapeut und Dichter sehr bekannt und erhielt 1993 für sein Lebenswerk die große Verdienstmedaille der Königlichen Akademie von König Carl XVI Gustav. Glaser starb am 29. März 2006.
1998 erschien im Robert Lienau Musikverlag Glasers ansprechende Sammlung „In Liedern nach Ungarn, England und und und... - Volkslieder für Klavier vierhändig gesetzt“ (RL 40490 – 9,95 Euro). Sie ist hervorragend für den Anfängerunterricht geeignet. Eine zusätzliche Stimme für Percussionsinstrumente erlaubt auch einen sinnvollen Einsatz im Gruppenunterricht, in dem jeder Schüler eine Rolle spielt und alle eine Aufgabe bekommen. Zudem sind die Sätze im Primo- und Secondopart gleichwertig und können daher nicht nur vierhändig von Lehrer und Schüler, sondern gerade auch von 2 Schülern gespielt werden. Hier zeigt sich seine Erfahrung als Musikschullehrer.
2002 folgte Glasers „Sonata I per pianoforte“ als Erstveröffentlichung, herausgegeben von Otfried Richter (RL 40780 - 13,95 Euro). Sie stammt aus dem Jahr 1933 und Glaser selbst bezeichnete sie als sein Opus 1. Der Pianist Kolja Lessing, der das Werk am 2. Februar 2001 in Deutschland erstaufführte, schrieb: "Als ich das Werk im Frühjahr 2000 kennen lernte, faszinierten mich sogleich seine außergewöhnliche Intensität, seine mitreißende Kraft im Spannungsfeld zwischen exstatischer Eruption und magischer Melancholie. ... ein erstaunlich kompromissloses Erstlingswerk von großer Originalität, das zur weiteren Beschäftigung mit dem noch zu entdeckenden Oeuvre von Werner Wolf Glaser einlädt.“
In seinem Werk „Ricordo IV und Canto per violino solo”, das 2003 erstmals von Kolja Lessing im Robert Lienau Musikverlag veröffentlicht wurde (RL 40860 - 8,50 Euro), spürt man den Bezug zu der Erfahrung von Bedrohung, Flucht und Exil. Es ist eine hochkonzentrierte, introvertierte Musik, die einen guten Spieler und ein aufmerksames Publikum braucht. Nach der Uraufführung am 2. Februar 2001 durch Kolja Lessing schrieb der Komponist: „"...wie ein Echo aus meinem inneren, seit langem sehr traurigen Bereich - aber mit einem auch inneren Glanz, der eine ganze Welt spiegelt.“ Das zweite Stück „Canto“ wurde ebenfalls durch Lessing am 20. Dezember 2002 uraufgeführt.
In einem kühlen Grunde
Am 21. Juli 2013 um 11:15h findet im Kloster Hane (Bolanden) eine besonders reizvolle musikalische Matinée statt. Unter dem Titel "In einem kühlen Grunde" kommen ungewöhnliche Bearbeitungen deutscher Volkslieder für zwei Singstimmen und Klavier-Begleitung von Bruno Seidler-Winkler zu Gehör. Das Außergewöhnliche dieses Konzertes: Die Beteiligung von drei Generationen der Familie Seidler-Winkler: - die kunstvollen Arrangements stammen von dem 1960 in Berlin verstorbenen Dirigenten, Komponisten und Begleiter Bruno Seidler-Winkler, - die Sänger sind Meisterschüler seiner Tochter Brigitta Seidler-Winkler, die seit dreißig Jahren in der Pfalz lebt und unterrichtet (seit fünfzehn Jahren nach der Atemtypen-Lehrmeinung Terlusollogie®), - die anspruchsvolle Klavierbegleitung übernimmt seine Enkeltochter, die ebenfalls in Berlin geborene Pianistin Gabriele Weiß-Wehmeyer, ehemalige Leiterin der Musikschule der Stadt Bad Dürkheim und seit mehr als vierzig Jahren Dirigentin des Kammerorchesters Bad Dürkheim. - Die Lieder werden in einer halb-szenischen Form dargeboten, im Stile der "Tableaux Vivants" des 18.Jahrhunderts. (Tochter und Enkeltochter absolvierten ihre Studien an der heutigen Universität der Künste in Berlin.)
******
RL 32170 In einem kühlen Grunde Heft 1 für 2 Singstimmen und Klavier Preis: 5,75 EUR
RL 32180 In einem kühlen Grunde Heft 2 für 2 Singstimmen und Klavier Preis: 5,75 EUR
RL 32190 In einem kühlen Grunde Heft 3 für Gesang und Klavier Preis: 5,75 EUR
RL 32200 In einem kühlen Grunde Heft 4 für Gesang und Klavier Preis: 5,75 EUR
RL 32210 In einem kühlen Grunde - Heft 1 Streichquartett-Begleitung Preis: 5,75 EUR
RL 32220 In einem kühlen Grunde Heft 2 Streichersatz Preis: 5,75 EUR
RL 32230 In einem kühlen Grunde Heft 3 Streichersatz Preis: 5,75 EUR
RL 32240 In einem kühlen Grunde Heft 4 Streichersatz Preis: 5,75 EUR
Zauberhafte Geschichte – „Der Ring“ für Kinder
MH 9024 Sonny Kunst Die Geschichte vom Ring des Nibelungen erzählt nach Richard Wagners DER RING DES NIBELUNGEN ISBN Nummer: 978-3-938223-31-4 Illustrator: Monika Laimgruber Erscheinungsjahr: 2003 Preis: 20,80 EUR
Vor zehn Jahren hatte Sonny Kunst Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ in eine kindgerechte Geschichte gebracht und dabei das inhaltlich Wesentliche erzählt. Dieses Buch, sowie ein weiteres über „Die Geschichte vom Fliegenden Holländer“ (MH 9027, Preis: 16,80 EUR) – beide Geschichten gibt es auch als Hörbuch mit Musikbeispielen – ist unser Beitrag zum Wagner-Jahr. Wir empfehlen Sonny Kunsts Ring-Version nicht nur für Kinder ab Grundschulalter, sondern auch für „Wagner-ängstliche“ Erwachsene. Ein wunderbar illustriertes Buch mit Bildern von Monika Laimgruber. Sonny Kunst gelingt es, die komplizierten Zusammenhänge des Opernstoffes interessant zu erzählen. Götter und Menschen kämpfen, auch mit fiesen Tricks, um einen Schatz. Wer wäre nicht von schönen Nixen, bösen Zwergen, speienden Drachen und einem sagenhaften Goldschatz fasziniert? Zugleich zeigen sich die Götter höchst menschlich: mit Diebstahl und Mord, Liebe, Verrat und einem Hausbau, dessen Finanzierung mehr als fragwürdig ist. Ganz am Ende stellt sich die Frage: Was wurde eigentlich aus dem Ring? Nach Erscheinen war die 1. Auflage in kürzester Zeit ausverkauft. Das Hörbuch wurde 2005 mit dem Medienpreis „Leopold“ ausgezeichnet, die wichtigste deutsche Auszeichnung für Musiktonträger für Kinder.
Albert Schweitzer und der Musikverlag Zimmermann
Der Arzt und Organist Albert Schweitzer (1875-1965) war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. 2013 wird der 100. Gründungstag seines Urwaldhospitals in Lambarene gefeiert.
Es ist ein Anlass, um sich einmal die Verbindung unseres Unternehmens mit Albert Schweitzer anzuschauen. Ja, die hat es gegeben. Dass Schweitzer musikalisch war, ein bekannter Organist, Musikwissenschaftler und Theoretiker des Orgelbaus, ist allgemein bekannt. Als Musikkenner war er geschätzt.
1959 veröffentlichte der Musikverlag Zimmermann das Orchesterwerk „Dresdener Miniaturen“ von Willy Czernik (1901-1996) nach Motiven von Friedemund Madaus (ZM-Mietmaterial, 22:30 Min.). Albert Schweitzer beurteilte es so in einem Schreiben: „Die Musik Czerniks hat mich tief beeindruckt, schon allein durch ihre Themen und die Orchestrierung. Er operiert mit wunderbaren sich untereinander auseinandersetzenden Klangkörpern. Ich habe sie zuerst gehört ohne Beziehung zu dem was sie darstellen sollte und habe sie als reine Musik genossen. Sie ist durchaus charakteristisch für das was sie darzustellen hat, wobei ihr zustatten kommt, dass die Visionen, die sie zu behandeln unternimmt, lebendige Musik in sich tragen [...]. Die gegebenen Möglichkeiten hat der Komponist völlig ausgeschöpft. Die Elegie krönt das Werk. Es ist also bestgelungene Programm-Musik, was eine Leistung bedeutet. Ich liebe die Platte und höre sie oft und bin froh, sie zu besitzen. Übermitteln Sie bitte Herrn Czernik meine besten Glückwünsche.“
Der Gitarrist und Zimmermann-Hauskomponist Siegfried Behrend (1933-1990) weilte wenige Jahre später - vom 6. bis 7. März 1963 - im Hospital von Albert Schweitzer. In jener Zeit galt Siegfried Behrend als der weltbeste Gitarrist (neben Segovia) und war im Auftrag des Goethe-Instituts und des Auswärtigen Amts als „Botschafter der Musik“ in der ganzen Welt unterwegs. So begegnete der geniale Gitarrist dem großen Missionar und konzertierte für ihn im Herzen Afrikas. Dort traf er auch den Augenarzt Dr. Isao Takahashi wieder (siehe Foto), der - wie Albert Schweitzer - ein musikalischer Arzt war. Seine Liebe galt der Gitarre. Ihm widmete Siegfried Behrend mehrere Werke, u.a. ein „Präludium für Dr. Isao Takahashi“ (in „Postkarten-Suite Nr. 1“, 7 leichte Stücke für Gitarre, ZM 18960). Noch kurz vor dem Tode Albert Schweitzers, dessen Lehre der „Ehrfurcht vor dem Leben“ sich Behrend zutiefst verbunden fühlte, kam es zu einer Wiederbegegnung im Urwaldhospital in Lambarene.
Durch viele persönliche Kontakte hatte Albert Schweitzer eine besondere Beziehung zu Frankfurt am Main. Während einer Goethe-Ehrung war seine Tischdame Edith Zimmermann (1900-1975), die Inhaberin des Musikverlages Zimmermann. Wieder zu Hause, schickte er ihr eine Bildkarte mit den Worten: „Frau Edith Zimmermann Musikverlag Frankfurt/Main mit besten Gedanken Albert Schweitzer. Lambarene 22.7.1965.“ Die Menschenfreundlichkeit verband beide, Albert Schweitzer und Edith Zimmermann. Der große Mann von Lambarene übersandte seiner ehemaligen Frankfurter Tischdame zu ihrem 65. Geburtstag ein aus Elefantenzahn dort hergestelltes weißes Armband. Als sie es empfing, am 12. September 1965, war Albert Schweitzer acht Tage zuvor verstorben.
Zum 100. Geburtstag des Marimba-Solisten Wolfgang Pachla
Wolfgang Pachla wäre am 16. August 100 Jahre alt geworden. Er wurde 1913 im Paide (Estland) geboren. Schon als Kind entwickelt er eine erstaunliche Virtuosität auf dem Xylophon und verdiente sich sein Taschengeld in Cafés in Tallinn. Im Alter von 15 Jahren trat er bereits im Rundfunk auf. 1937 erwarb er eine Marimba und begann, auch im Ausland zu konzertieren. 1939 stellte ihn der Hitler-Stalin-Pakt vor die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder er blieb in Estland und würde durch die neuen sowjetisch-stalinistischen Machthaber in Estland verfolgt oder er ging nach Nazi-Deutschland. Schließlich entschied er sich für letzteres. In Deutschland machte er schnell musikalische Karriere, spielte im Rundfunk, in Variétes und reiste als Solist durch Europa. Gegen Kriegsende lebte er in Baden bei Wien und wurde zum zivilen Kriegsdienst einberufen. Seine Marimba ging in den Kriegswirren verloren. Inzwischen in Mittelfranken gelandet, wurde Pachla Zivilangestellter der amerikanischen Besatzungsmacht, wobei ihm seine Kenntnisse in fünf Sprachen nützlich waren. Danach fasste er wieder als Musiker Fuß beim Bayerischen Rundfunk und ging auf Auslandstourneen. In den 1970er Jahren verarbeitete er seine Erfahrungen in pädagogischen Werken, die er im Musikverlag Zimmermann veröffentlichte. Wolfgang Pachla starb am 21. November 1982 an den Folgen einer Krebserkrankung.
ZM 21120 Wolfgang Pachla Drei Etüden für Vibrafon oder Marimba Neuheit Erscheinungsjahr: 1978 Albeninhalt: 1. Etüde in e-Moll 2. Etüde in Es-Dur 3. Etüde in c-Moll Beschreibung: Anlässlich des 100. Geburtstages von Wolfgang Pachla im August 2013 erscheint die Neuauflage der 1978 erstmals erschienenen Drei Etüden. Sie richten sich an fortgeschrittene Schlagzeuger, die nach Virtuosität streben und sind für Konzerte geeignet. Preis: 6,50 EUR
ZM 80248 Wolfgang Pachla Schule für Marimba Beschreibung: Pachla hat die Übungen zusammengestellt, um die Zweischlägeltechnik auf der Marimba zu üben. Sie dienen der Ausbildung der Treffsicherheit durch Auflockerung der Muskulatur und Gelenke, sowie einer gleich guten Ausbildung beider Hände.
ZM 21660 Wolfgang Pachla Zwölf Etüden für Marimba Erscheinungsjahr: 1979 Beschreibung: Diese 12 Etüden für Marimba sollen dem fortgeschrittenen Marimbisten eine Hilfe sein und ihm den Weg zur Virtuosität ebnen. Bei künstlerischer Beherrschung lassen sich manche dieser Etüden auch in Konzerten als Soli vortragen.
ZM 25500 Franz Ries Perpetuum mobile für Marimba Bearbeiter / Herausgeber: Pachla Erscheinungsjahr: 1985 Beschreibung: Franz Ries (1846-1932) war ein hervorragender Geiger und Komponist. Pachla bearbeitete sein Werk, um jungen Marimba-Solisten/innen ein virtuoses Stück an die Hand zu geben, das in erster Linie die Zweischlägeltechnik fördert und gleichzeitig publikumswirksam ist.
ZM 20360 Nccolò Paganini Moto perpetuo für Marimba Bearbeiter / Herausgeber: Pachla Erscheinungsjahr: 1983 Preis: 7,95 EUR
Neue Solo-CD von Wil Offermans
Nach dem letzten CD-Projekt „Made In Japan“ (ZM 76101), konzentriert sich der holländische Flötist und Komponist Wil Offermans diesmal eher auf Granada, Spanien. Als Ergebnis präsentiert er seine neue Solo-CD „Luna y Sierra“. Die CD enthält Offermans musikalische Interpretation eigener Kompositionen, u.a. aus dem Musikverlag Zimmermann:
Luna y Sierra (Flöte solo mit Begleitung) ZM 35890 Tsuru-no-Sugomori (Flöte solo, eine Transkription einer Shakuhachi Musik) ZM 33720 Bamburia (eine neue Musik für Flöte Ensemble rund um den buleria Rhythmus komponiert) ZM 36030 Dance with Me (eine Tanzmusik für Flötenensemble) ZM 35950
Die CD ist ab sofort im Studio E Online Shop für den speziellen Einführungspreis von 14,95 Euro erhältlich. Hier können Sie auch verschiedene Klangbeispiele hören.
E-records Studio E Music Creation
http://www.studioe-mc.com/shop/luna-y-sierra-cd.html
Aufbruch zu neuen Ufern – Wir ziehen um!
Die Musikverlage Zimmermann, Lienau und Allegra ziehen in den Mittelpunkt des Rhein-Main-Gebietes – nach Erzhausen. Erzhausen ist perfekt angebunden mit S-Bahn und Autobahn – genau zwischen Frankfurt und Darmstadt. Wir haben dort ein schöneres und größeres Zuhause für unsere Verlage erworben und freuen uns schon sehr, an dem neuen Standort in hellen Räumen und mit viel Platz unsere Verlagstätigkeiten auszuweiten.
Ab dem 21. Januar 2013 sind wir zu erreichen unter
Musikverlag Zimmermann GmbH & Co. KG Robert Lienau Musikverlag GmbH & Co. KG Edition Hieber im Allegra Musikverlag GmbH & Co. KG Am Dornbusch 24-26 64390 Erzhausen info@musikverlag-zimmermann.de Telefon 06150/86775-0 Fax 06150/86775-29 Schauen Sie doch einfach mal vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Möchten Sie mehr Informationen? Kontakt: Saskia Bieber Musikverlage Zimmermann & Robert Lienau Tel. 069/97 82 86-72 Fax: 069/97 82 86-79
|