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Magazin Ausgabe Nr. 3 Jahrgang 2013
Niederländische Meister
Die Niederländer haben ein neues Königspaar. Und wir haben einen Grund, uns mit der musikalischen Seite des Landes zu beschäftigen.
So richtig kennen wir aber auch die Musik unseres Nachbarlandes nicht. Dabei liegt der besondere Reiz der holländischen Komponisten darin, dass sie sich eigenständig entwickelt haben. Außerdem hört man sie hierzulande sehr selten. Die drei folgenden Komponisten lebten alle am Wechsel zum 20. Jahrhundert.
Anton Averkamp wurde am 18. Februar 1861 in Cabauw (Willige-Langerak) bei Utrecht geboren. Die Familie zog bald nach Amsterdam um. Zunächst absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. 1879 nahm ihn Daniel de Lange als Schüler für Klavier und Musiktheorie an. 1883 ging er nach Berlin und setzte seine musiktheoretischen Studien bei Friedrich Kiel an der Hochschule für Musik fort. Ein Jahr später wechselte er nach München an die Akademie der Künste zu Josef Gabriel Rheinberger. 1886 kehrte er nach Amsterdam zurück und fand eine Anstellung als Lehrer für Solo- und Chorgesang an der Musikschule. Bis 1888 studierte er außerdem selbst Gesang. Eines seiner musikalischen Ziele war die Wiederbelebung der Renaissance-Polyphonie und so gründete er 1890 einen Chor, mit dem er mehrstimmige Musik des 15. und 16. Jahrhunderts aufführte. Von 1898 bis 1910 verdiente er sich ein Zubrot als Kritiker für das Wochenblatt „De Amsterdammer“. 1903 eröffnete er eine eigene Gesangsschule im Willemsparkweg, die sich bald einen guten Namen machte. Von 1919 bis 1933 wirkte er als Direktor der Utrechter Musikschule der „Mattschappij tot Bevordering der Toonkunst“. Averkamp starb am 1. Juni 1934 in Busum. 1898 verlegte er im Verlag von Julius Heinrich Zimmermann seine Sinfonische Ballade „Elaine und Lancelot“. Am 28. August 1902 erfolgte die englische Uraufführung bei den Queen’s Hall Promenade Concerts in London. „Elaine und Lancelot“ war zu seiner Zeit eines der meistgespielten Werke dieses Genre. Elaine und Lancelot op. 7 15.00 min Sinfonische Ballade (1898) 3 Fl., 1 Picc., 2 Ob., 1 Engl.-Hr., 2 Klar., 1 Bassklar., 2 Fag., 4 Hr., 2 Trp., 3 Pos., 1 Tb., Tamb., gr. Bck., 3 Pk., Hrf., Strqu. Zimmermann-Leihmaterial
Jan Brandts-Buys wurde am 12. September 1868 in Zutphen geboren und entstammte einer Organisten- und Komponistenfamilie. Bereits im Alter von 13 Jahren erhielt er seine erste Anstellung als Organist an der „Broederenkerk“ in Zutphen. 1889 begann er, mit staatlichem Stipendium, Musik am Raff-Konservatorium in Frankfurt am Main zu studieren. Drei Jahre später setzte er sein Studium in Wien fort. 1910 zog er in ein Bauernhäuschen im Rittengebirge bei Bozen. 1920 zog er an die Adria bei Ragusa. 1928 schließlich nahm Brandts-Buys seinen Wohnsitz in Salzburg. Er nahm nie ein offizielles Amt an, unterrichtete auch nicht, sondern verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Komponieren und Arrangieren. Am 8. Dezember 1933 starb er in seiner Wahlheimat. 1897 erhielt er für sein romantisches Konzert F-Dur für Klavier und Orchester op. 15 den renommierten Bösendorfer-Preis. Er widmete es Ludwig Bösendorfer. Die Verlagsrechte an dem Werk übertrug er dem Robert Lienau Musikverlag im Jahr 1899. Klavierkonzert F-Dur op. 15 27.00 Min. 1. Allegro maestoso, 2. Adagio ma non troppo, 3. Allegro vivace 2 Fl., 2 Ob., 2 Klar., 2 Fag., Ktrfag., 4 Hr., 2 Trp., Pk., Str. Robert Lienau-Leihmaterial
Theodor Verhey wurde am 10. Juni 1848 in Rotterdam geboren. Er war zunächst Schüler der dortigen Königlichen Musikschule, danach an der Königlichen Musikschule in den Haag. Hier studierte er Klavier, Cello, Musiktheorie und Komposition. Als Komponist wurde er im Alter von 25 Jahren bekannt. Verhey war ein bescheidener, aber angesehener Komponist, der als Lehrer für Klavier und Theorie an der Rotterdamer Musikschule tätig war. 1901 begann die Geschäftsbeziehung mit seinem Musikverleger Julius Heinrich Zimmermann, die zwanzig Jahre andauerte. Verhey starb am 28. Januar 1929. Verheys 1. Flötenkonzert op. 43 ist ein perfektes Beispiel für seinen technisch perfekten Kompositionsstil. Es ist so vielfältig, dass es eines virtuosen Solisten bedarf. Es gibt keine Pause zwischen den drei Sätzen. Der letzte Abschnitt, Allegro alla zingarese, ist ‚zigeunermäßig’ und erinnert an Bizet. Sein Violinkonzert op. 54 zeigt Verheys Meisterschaft des Streichinstrumentes und in der Komposition. Es ist frisch und ein dankbares Konzert für den Solisten. Violinkonzert op. 54 a-Moll (1905) 25.30 min 2 Fl., 2 Ob., 2 Klar., 2 Fag., 2 Hr., 2 Trp., 3 Pos., 1 Tb., Pk., Str. 1. Allegro, attacca: 2. Allegretto quasi Andantino 3. Finale: Allegro Flötenkonzert op. 43 d-Moll (1901) 15.00 min 2 Fl., 2 Ob., 2 Klar., 2 Fag., 4 Hr., 2 Trp., 3 Pos., Pk., Str. ZM 1. Allegro non troppo, attaca 2. Andantino, attaca 3. Allegro alla Zingarese Flötenkonzert op. 57 a-Moll (1906) 19.00 min 2 Fl. (Picc.), 2 Ob., 2 Klar., 2 Fag., 4 Hr., 2 Trp., 3 Pos., 1 Tb., Pk., Schlzg., Str. 1. Allegro, attacca 2. Andantino, attacca 3. Finale: Vivace leggiero Zimmermann-Leihmaterial
CD-Tipp: Flute Concertos From The Netherlands (J. Zoon, T. Fischer – NM Classics)
Möchten Sie mehr Informationen? Kontakt: Saskia Bieber Musikverlage Zimmermann & Robert Lienau Tel. 06150/86775-14 Fax: 06150/86775-19
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