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Ausgabe Nr. 2 Jahrgang 2010




Vor 100 Jahren

Die komische Oper “Beatrice und Benedict” von Hector Berlioz wird neu bearbeitet

Es handelt sich um eines der letzten und musikalisch reifsten Werke von Berlioz (1803-1869), uraufgeführt 1862 in Baden-Baden. Berlioz fokussierte die Handlung nach Shakespeares “Viel Lärm um Nichts” lediglich auf ein Liebespaar, Béatrice und Bénédict, ihr Zanken und ihren »fröhlichen Krieg«. So entstand eine sehr spielerische, witzige und zugleich rührende Oper. Bis zur Überarbeitung von Josef Stransky und Wilhelm Kleefeld allerdings, die im Jahr 1910 beendet wurde, konnte sie die Bühnen nicht erobern. Josef Stransky und Wilhelm Kleefeld hatten das Buch von Grund auf neu gestaltet. Die Sprache wurde aus der Musik geformt, der Dialog knapper angelegt, war aber dicht an das Shakespeare-Original gehalten. Die Musik wurde mit liebevoller Rücksicht nach dem Berlioz’schen Notentext überarbeitet.

Josef Stransky wurde am 9.9.1872 in Humpoletz bei Deutschbrod (Böhmen) geboren. Er studierte in Prag und Leipzig Medizin. In Wien studierte er Komposition bei Robert Fuchs, kehrte 1896 nach Prag zurück und legte die medizinischen Staatsexamina ab. Danach widmete er sich endgültig der Musik. 1898 wurde er als Kapellmeister an das Deutsche Landestheater in Prag verpflichtet. Von 1903 bis 1910 war er Kapellmeister am Stadttheater Hamburg und wurde dann Konzertdirigent.
In dieser Zeit bearbeitete er Berlioz’ Oper zusammen mit Wilhelm Kleefeld. Josef Stransky bereitete sich 1911 auf seine Abreise nach New York vor. Die Neufassung von „Beatrice und Benedict“ war bis dahin noch nicht von einer Bühne uraufgeführt worden. Doch Stransky war optimistisch: „... ein Werk von Berlioz ist keine Saisonblüte, und kommen wir jetzt nicht zum Ziel, so gelangen wir später dahin, - eine verlorene Sache kann es unmöglich sein!“, schrieb er an den Verleger Robert Lienau am 26.9.1911. Und er hatte recht, am 27.3.1913 wurde die Fassung in Leipzig uraufgeführt.
Bis 1923 war Stransky als Dirigent der New York Philharmonic Society tätig, danach zwei Jahre des New York State Symphony Orchestra. Er gab dann seine musikalische Tätigkeit auf und widmete sich bis zu seinem Tod am 6.3.1936 als Kunsthändler seinem Interesse für Gemälde. Er war spezialisiert auf Picassos „rosa Periode“.

Wilhelm Kleefeld wurde am 2. April 1868 in Mainz geboren. Er studierte Naturwissenschaften, wandte sich aber bald der Musik zu. Von 1891 bis 1896 war er Kapellmeister in Mainz, Trier, München und Detmold. 1897 promovierte er in Berlin zum Dr. phil. 1898 berief man ihn als Lehrer an das Konservatorium Klindworth-Scharwenka in Berlin für die Opernschule. 1901 habilitierte er sich vorübergehend als Privatdozent für Musik an der Universität Greifswald. Danach lebte er wieder in Berlin, wo er am 2.4.1933 starb. Unter dem Titel „Opernrenaissance“ redigierte er Neuausgaben von Opern für den Robert Lienau Musikverlag (Donizettis „Don Pasquale“, Paërs „Der Herr Kapellmeister“, Cimarosas „Heimliche Ehe“, Berlioz’ „Beatrice und Benedict“ sowie Halévys „Blitz“).


Das Autorenduo Stransky und Kleefeld war jüdisch und aus diesem Grund verschwand ihre Bearbeitung während des Dritten Reiches wieder vollständig aus dem Repertoire. Beider Namen erschien zudem im berüchtigten “Lexikon der Juden in der Musik”. Heute wird ihre solide Bearbeitung der Berlioz-Oper meist im Ausland aufgeführt, entweder konzertant oder mit dem deutschen Text. Es ist Zeit, dass sie in deutsche Theater zurückkehrt. Das Material ist im Robert Lienau Musikverlag erhältlich. Die Spieldauer beträgt 2 ½ Stunden.

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Kontakt: Saskia Bieber
Musikverlage Zimmermann & Robert Lienau
Tel. 069/97 82 86-72
Fax: 069/97 82 86-79

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